Trekking Kalaw Inle Myanmar

Trekking Kalaw Inle, Myanmar: meine Erfahrung

Eines meiner Highlights in Myanmar, welches ich eher sehr spontan entschieden habe, war das Trekking von Kalaw nach Inle. Es hat sich für mich definitiv gelohnt, auch wenn ich sehr weit weg von meiner Komfortzone war. Warum könnt ihr hier in meinem persönlichen Erfahrungsbericht nachlesen. Viel Spaß!

Meine persönlicher Erfahrungsbericht zum Trekking von Kalaw nach Inle


Mein zweiter Abend in Hpa-an. Ich überlegte, wo es danach hingehen sollte. Yangon, Bagan, Inle, Mandalay? Plötzlich stand der Fahrer eines Sammeltaxis im Raum. “Kalaw, leaving now”. Einige Personen verließen das Guesthouse. Kalaw… Von diesem Ort hatte ich bisher noch nichts gehört. Und doch schienen viele Menschen dorthin zu wollen. Ich fragte nach und erfuhr, dass Kalaw der Ausgangspunkt für Trekkingtouren zum Inle-Lake ist. Trekking, nicht gerade eines meiner Lieblingsbeschäftigungen. Andererseits war vielleicht der Zeitpunkt gekommen, meine Trekkingschuhe endlich mal einzulaufen.

Ein paar Tage später saß ich im Nachtbus nach Kalaw. Hier gehts übrigens zu meiner kompletten Reiseroute durch Myanmar! Als ich am frühen Morgen ankam, war es sehr kühl. Kalaw liegt nämlich auf 1.300 Metern. Immerhin hatte ich Hoffnung, dass es dann zum Inle-Lake bergab gehen würde. Ich entschied mich für das Trekking mit Jungleking Trekking für drei Tage und zwei Nächte und insgesamt 55km. Es gibt auch kürzere Varianten mit nur einer Übernachtung. Dein Gepäck wird nach Inle transportiert. Du brauchst lediglich einen kleinen Rucksack mit den wichtigsten Dingen für drei Tage. Gar nicht so einfach, wenn dein ganzer Tages-Rucksack aus Technik besteht. Also packte ich kurzerhand auch noch meinen Turnbeutel voll.

Grandiose Aussichten über Kalaw

Vollgepackt und definitiv mit viel zu viel Gewicht (die Leiden eines Reisebloggers!) ging es am nächsten Morgen mit einer bunt gemischten 9-köpfigen Truppe plus Guide los in Richtung Inle-Lake. 20 Minuten und viele Treppenstufen später fragte ich mich das erste Mal, was ich eigentlich hier mache. Hallo Kondition, wo bist du? Aber jetzt war es zu spät. Es ging zuerst durch einen Pinienwald und ich hatte da Gefühl, als wäre ich in Europa unterwegs. Hier und da beäugten uns mitten aus dem Gebüsch interessierte Kühe. Nach den ersten Kilometern gab es eine kleine Pause auf einer Lichtung, von der aus man einen unglaublichen Ausblick auf ein Tal mit einigen kleinen Dörfern und Anbaufeldern in der Nähe von Kalaw hatte.

Trekking Kalaw Inle

Unser Guide erzählte uns während dieser Pause einiges über die Wochentage, die in Myanmar eine besondere Bedeutung haben. Jeder Wochentag ist einem anderen Tier zugeordnet. Der Wochentag, an dem du geboren wurdest, bestimmt dein Tier, welches dir bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Vergleichbar mit den uns bekannten Sternzeichen. Wurdest du wie ich an einem Mittwoch geboren, ist beispielsweise der Elefant dein Tier. Der Mittwoch hat zudem eine weitere Besonderheit. Je nachdem, ob du zwischen 0 und 12 Uhr oder zwischen 12 und 24 Uhr geboren wurdest, ist entweder ein Elefant mit oder ein Elefant ohne Stoßzähne dein Tier.

Trekking Kalaw Inle

Dann ging es weiter. Irgendwann gab es Mittagessen und ich war komplett verschwitzt. Also versuchte ich auf einem sehr stinkenden Plumpsklo, das man eigentlich nur aus der Ferne betrachten möchte, meine lange Hose gegen eine kürzere zu tauschen. Wie ich da geschafft habe, ohne etwas zu berühren oder hinzufallen, ist mir bis heute ein Rätsel. Die restliche Aussicht war an diesem ersten Tag nicht mehr allzu spektakulär, sodass ich sehr froh war, als wir irgendwann endlich in dem kleinen Dorf ankamen, in dem wir unsere erste Nacht verbringen sollten.

Kaum Strom, dafür ein unglaublicher Sternenhimmel

Die Menschen im Dorf lebten wirklich sehr minimalistisch in einfachen Holzhäusern. Es gab kaum Elektrizität, nur sehr schwach schimmernde Glühbirnen hier und da, zwei Plumpsklos und eine Gemeinschaftsdusche für alle Bewohner des kleinen Dorfes. Wobei Dusche hier definitiv das falsche Wort ist. Vielmehr war es ein Wasserbecken umgeben von einer kleinen Mauer. Zum Duschen nahm man einfach eine Schüssel, füllte sie und kippte sich das eiskalte Wasser über Kopf und Körper. Meine Haare habe ich in der Hoffnung, dass es am nächsten Tag fließendes Wasser gibt, and diesem Tag verschont! Ein Foto der Dusche gibts weiter unten 🙂

Einigermaßen erfrischt gab es Abendessen und unser Guide zeigte uns einige seiner besten Zaubertricks und Spiele, die er so auf Lager hatte. Bevor es dann ins Bett ging, musste ich einfach noch diesen unglaublichen Sternenhimmel fotografieren. Ich fragte mich in diesem Moment, was die Dorfbewohner sich wohl jedes Mal denken, wenn wir Touristen kommen und der Sternenhimmel für uns eine solche Attraktion ist.

Trekking Kalaw Inle Sternenhimmel

Wir schliefen alle gemeinsam im Wohnzimmer einer Familie auf einfachen Matratzen. In diesem Moment hätte ich mir kein besseres Bett und keine bessere Dusche (eine Ausnahme mache ich bei den Toiletten!) vorstellen können. Es war nicht extrem bequem, ob die Decken regelmäßig gewaschen werden, wage ich auch zu bezweifeln und nachts war es recht kühl. Allerdings war es authentisch und es fühlte sich fast schon komisch an, mit meinem Rucksack voller Technik neben mir zu schlafen. Irgendwie fehl am Platz.

Einblicke ins alltägliche Leben

Der neue Tag startete mit einem sehr guten Frühstück. Generell war das Essen in diesen drei Tagen unglaublich gut! Die Landschaft veränderte sich an diesem Tag immer mehr. Felder voll von bunten Blumen erweckten teilweise den Anschein, als würde Frodo persönlich jeden Moment um die Ecke kommen.

In vielen Dörfern wurde Chili angebaut, getrocknet und per Hand aussortiert. Das Leben der Einheimischen zu sehen ist für mich jedes Mal eine Reiseerfahrung, auf die ich nicht verzichten möchte. Das Mittagessen wurde uns ebenfalls von einer einheimischen Familie in ihrem Wohnzimmer serviert. Die Tochter war zuckersüß und half ihrer Mama mit ihren drei Jahren schon fleißig beim Bringen und Abräumen der Teller.

Den Rest des Tages ging es vorbei an sich immer mehr verändernden Landschaften, bis wir schließlich an einem Fluss angekommen sind. Wer wollte, konnte hier schwimmen gehen. Ich nutzte die Zeit – immer noch auf fließendes Wasser hoffend – lieber damit, Fotos zu machen und bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung 🙂 Nach einem kurzen Stopp ging es auf die letzte nichtmehr allzu große Etappe für diesen Tag, bis wir an unserem Schlafplatz für die Nacht angekommen sind.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Und sie starb definitiv mit einem Blick in die Duschräume. Wieder nur eine Wanne, aber dafür waren die Mauern dieses Mal etwas höher. Augen zu und durch! Das galt übrigens auch für die Toiletten…

An diesem Abend schliefen wir mit einigen anderen Gruppen, die ebenfalls das Trekking von Kalaw nach Inle machten, zusammen in einem großen Raum in einem Kloster. Nachdem ich meine Blasen an den Füßen provisorisch verarztet habe, ging es sehr müde vom Tag bereits um 7 Uhr ins Bett, denn unsere Gruppe startete am nächsten Morgen vor den anderen Gruppen. Das hatte gleich zwei Vorteile. Wir hatten das Trekking als Erstes hinter uns und in den frühen Morgenstunden bot sich uns dank des Nebels ein wunderschöner Anblick.

Trekking Kalaw Inle

Fast geschafft!

Es gab ein letztes Mal Mittagessen, ein paar letzte schöne Aussichten und dann eine Belohnung für die Anstrengungen der letzten Tage. Eine Bootsfahrt über den Inle-Lake. Einfach nur dasitzen und nichts tun. Ein Traum! Endlich im Hostel angekommen, freute ich mich ganz besonders auf zwei Dinge: eine westliche Toilette und fließendes Wasser beim Duschen. Ich wäre auch mit kaltem Wasser zufrieden gewesen, aber es gab sogar warmes Wasser. Und ein Bett, so himmlisch bequem, dass ich fast eine Woche am Inle-Lake geblieben bin. Natürlich nicht nur wegen des Bettes 😉

Route Myanmar Inle Lake

Trekking von Kalaw nach Inle – ja, nein, vielleicht?


Das Trekking von Kalaw nach Inle war anstrengend. Ich habe mir unzählige Blasen gelaufen. Die Toilettensituation war hygienisch grenzwertig. Und ein Fan von eiskalten Wassereimern bin ich auch nicht geworden.

Das Trekking von Kalaw nach Inle bringt dich aus deiner Komfortzone und ist definitiv nichts für dich, wenn du auf keinen Fall auf Luxus verzichten kannst.

Und dennoch war das Trekking von Kalaw nach Inle eines der besten Dinge, die ich in Myanmar gemacht habe. Drei Tage und zwei Nächte ohne Luxus und unter sehr einfachen Lebensbedingungen, machen etwas mit dir! Sachen, die ich zuvor als selbstverständlich angesehen habe, gewinnen plötzlich an Bedeutung und Kleinigkeiten werden wieder wertgeschätzt. Es gab kaum Handy-Empfang und durch das viele und lange Wandern habe ich relativ schnell aufgehört, mir über einiges den Kopf zu zerbrechen. Ich war im Moment und in diesem Moment war es nur wichtig, einen Fuß vor den anderen zu setzen und die Natur um mich herum zu genießen. Essen wurde zum absoluten Highlight meiner Tage. Nicht nur weil es ein Grundbedürfnis war, sondern auch absolut köstlich. Außerdem hat unser Guide uns so viele Dinge über Myanmar und die Kultur des Landes erzählt. Infos, die ich sonst nicht bekommen hätte!

Mein YouTube Video vom Trekking Kalaw – Inle

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